
Dr. Stephan Rau, MSc (Econ.), M. E. A.
Seit 2007 Partner und Leiter der deutschen Healthcare Practice Group bei McDermott Will & Emery Rechtsanwälte Steuerberater LLP, München, Schwerpunkt: Beratung und Strukturierung von Unternehmenskäufen und (Outsourcing-)Projekten im Gesundheitsbereich; zuvor in anderen internationalen Kanzleien tätig; Rechtsanwalt, Volkswirt.
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Medizinische Entscheidungsprozesse müssen neu justiert werden. Die Versorgungsforschung spricht vom “Shared decision-making” oder partizipativer Entscheidungsfindung. Shared decision-making bedeutet, dass Ärzte und Patienten hinsichtlich der Auswahl einer Behandlung gleichberechtigte Partner sind. Risiko bedeutet im Alltag, dass etwas meist mit einem potenziellen Verlust verbunden ist. Sofern wir mehrere Handlungsalternativen haben, haben wir meist die Wahl, ob wir uns diesem Risiko auszusetzen oder die risikoreiche Strategie unterlassen wollen. Die Entscheidungstheorie definiert das Risiko anhand der Begriffe des zu erwartenden Verlusts und der Verlustwahrscheinlichkeit. Darüber hinaus können auch der Gewinn und die Gewinnwahrscheinlichkeit der Handlungsalternativen herangezogen werden. Je größer der Unterschied zwischen Verlust und Gewinn bzw. der Eintretenswahrscheinlichkeiten ist, desto riskanter wird eine Handlungsalternative wahrgenommen. Überträgt man dies auf Innovationen im Gesundheitswesen, zeigt sich hier ein möglicher Gewinn in Form eines längeren und gesünderen Lebens verbunden mit einer hohen Lebensqualität. Der mögliche Verlust besteht darin, dass eine Wahrscheinlichkeit bestehen bleibt, dass der Patient, der mit der Innovation behandelt wird, infolge von Nebenwirkungen sterben oder ernsthafter erkranken könnte. Je größer die Unsicherheit des Ausgangs ist, d. h., je mehr sich die Wahrscheinlichkeiten von Heilung und Nebenwirkung angleichen, desto größer ist das Risiko, diese innovative Behandlung durchzuführen. Im Rahmen der gesellschaftlichen und individuellen Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen beobachtet man einen positiven Zusammenhang zwischen der Wahl einer Option und ihrem wahrgenommenen Risiko. Je riskanter eine Innovation für den Patienten, den Arzt oder eine Zulassungsorganisation erscheint, desto unwahrscheinlicher ist ihre Wahl, da die meisten Menschen Risiken meiden. DISKUSSIONSFRAGEN: Wie kann das Risiko von Innovationen in Modellen dokumentiert werden? Wie können Risiken für Arzt und Patient dargestellt werden? Gibt es Unterschiede in den Risikopräferenzen unterschiedlicher Patientengruppen? THEMEN: Risikomodelle, Risikopräferenzen, Risikodokumentation und Decision aids
Prof. Dr. Peter Bützer
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Dr. Stephan Rau, MSc (Econ.), M. E. A.
Dr. Olaf Pirk
Moderation
Mark Thiel
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