
Mark Thiel
Selbstständiger Berater, Bochum; Schwerpunkte: Optimierung von Führung, Team- und Organisationsentwicklung, Ausbildung von Coaches; Buchveröffentlichung zum Thema Diversity Management; Supervisor DGSv, Strategieberater IHK; Dipl.-Betriebswirt (FH).
|
Seegalerie
Medizinische und pflegerische Leistungen sollen allen Menschen zugänglich sein. Dies ist zumindest die übereinstimmende Zielsetzung der Gesundheitspolitik in allen Ländern. Die wirtschaftlichen Grundlagen dafür zu sichern, bedeutet eine ständige Herausforderung. Allerdings scheinen unauflösliche Strukturdefizite vielversprechende Ansätze für eine optimale Gesundheitsversorgung immer wieder zu Fall zu bringen. Unterschiedliche Finanztöpfe, Zuständigkeiten und Zielsetzungen der Akteure lassen Frustration aufkommen. Wenn die Gesundheit der Bevölkerung eine der wesentlichen Stellschrauben für den Erfolg einer Volkswirtschaft ist, müsste hierbei auch eine gesamtgesellschaftliche Perspektive eingenommen werden. Partikularinteressen erscheinen mehr als hinderlich, wenn auch oftmals Realität. So soll eine kritische Bestandsaufnahme der Hindernisse, die die sinnvolle Versorgung der Menschen einschränken, beleuchtet werden.
Honorarprof. Dr. Leo W. Chini
Wolfram A. Candidus
Dr. Peter Wiedersheim, MBA
Moderation
»
Mark Thiel
|
|
Seegalerie
Medizinische Entscheidungsprozesse müssen neu justiert werden. Die Versorgungsforschung spricht vom “Shared decision-making” oder partizipativer Entscheidungsfindung. Shared decision-making bedeutet, dass Ärzte und Patienten hinsichtlich der Auswahl einer Behandlung gleichberechtigte Partner sind. Risiko bedeutet im Alltag, dass etwas meist mit einem potenziellen Verlust verbunden ist. Sofern wir mehrere Handlungsalternativen haben, haben wir meist die Wahl, ob wir uns diesem Risiko auszusetzen oder die risikoreiche Strategie unterlassen wollen. Die Entscheidungstheorie definiert das Risiko anhand der Begriffe des zu erwartenden Verlusts und der Verlustwahrscheinlichkeit. Darüber hinaus können auch der Gewinn und die Gewinnwahrscheinlichkeit der Handlungsalternativen herangezogen werden. Je größer der Unterschied zwischen Verlust und Gewinn bzw. der Eintretenswahrscheinlichkeiten ist, desto riskanter wird eine Handlungsalternative wahrgenommen. Überträgt man dies auf Innovationen im Gesundheitswesen, zeigt sich hier ein möglicher Gewinn in Form eines längeren und gesünderen Lebens verbunden mit einer hohen Lebensqualität. Der mögliche Verlust besteht darin, dass eine Wahrscheinlichkeit bestehen bleibt, dass der Patient, der mit der Innovation behandelt wird, infolge von Nebenwirkungen sterben oder ernsthafter erkranken könnte. Je größer die Unsicherheit des Ausgangs ist, d. h., je mehr sich die Wahrscheinlichkeiten von Heilung und Nebenwirkung angleichen, desto größer ist das Risiko, diese innovative Behandlung durchzuführen. Im Rahmen der gesellschaftlichen und individuellen Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen beobachtet man einen positiven Zusammenhang zwischen der Wahl einer Option und ihrem wahrgenommenen Risiko. Je riskanter eine Innovation für den Patienten, den Arzt oder eine Zulassungsorganisation erscheint, desto unwahrscheinlicher ist ihre Wahl, da die meisten Menschen Risiken meiden. DISKUSSIONSFRAGEN: Wie kann das Risiko von Innovationen in Modellen dokumentiert werden? Wie können Risiken für Arzt und Patient dargestellt werden? Gibt es Unterschiede in den Risikopräferenzen unterschiedlicher Patientengruppen? THEMEN: Risikomodelle, Risikopräferenzen, Risikodokumentation und Decision aids
Prof. Dr. Peter Bützer
Dr. Stephan Rau, MSc (Econ.), M. E. A.
Dr. Olaf Pirk
Moderation
»
Mark Thiel
|
|
Seegalerie
Alte und vor allem multimorbide Patienten erhalten im Durchschnitt acht unterschiedliche Medikamente von verschiedenen Ärzten verschrieben, doch keiner weiß das Risiko dieses Cocktails einzuschätzen. Pharmakoepidemiologische Datenbanken gibt es noch nicht. Doch geriatrische Pharmazeuten sind dem amerikanischen und australischen Vorbild gefolgt und haben die Multimedikationen bei Patienten en détail überprüft. Rund die Hälfte der gefundenen arzneimittelbezogenen Probleme sind vermeidbar und damit auch die Leiden der Patienten. Voraussetzung ist, dass vor Ort – beim Patienten zu Hause oder im Heim – Ärzte, Pharmazeuten und Pflegekräfte gemeinsam feststellen, welche Intervention und damit auch Medikation richtig und zielführend ist. Auch Krankenkassen können von solchem Vorgehen im Sinne von Einsparungen profitieren. So werden eine Über- und Fehlversorgung verringert und Folgekosten, z. B. durch geringere Verweildauern oder weniger Notarzteinsätze, vermieden. Bleibt die zentrale Frage, welche Wege im ambulanten Bereich darüber hinaus beschritten werden müssen, um multimorbiden Patienten eine möglichst hohe Lebensqualität zu sichern?
Univ.-Prof. Dr. Ingo Füsgen
Delia Schreiber, MSc
Thomas Brandenburg
Moderation
»
Mark Thiel
|










































